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Heringsdorfer Kunstpavillon feiert Strawaldes Geburtstag mit Ausstellung

31 Mai 2011

Heringsdorfer Kunstpavillon feiert Strawaldes Geburtstag mit Ausstellung

Der Maler und Filme-Macher Jürgen Böttcher gilt als ein Freund des Usedomer Kreises. So beschreibt es Ricarda Horn vom Heringsdorfer Kunstpavillon anlässlich der Ausstellungseröffnung mit überwiegend großformatigen Werken des in Berlin-Karlshorst lebenden Künstlers.

Heringsdorfer Kunstpavillon feiert Strawaldes Geburtstag mit Ausstellung

 

Die Leiterin des Kunstpavillons kennt den unter dem Pseudonym „Strawalde“ arbeitenden Maler schon etliche Jahrzehnte. „Viele Sommer lang kam Strawalde regelmäßig mit Wolf Biermann und Eva-Maria Hagen nach Usedom und kampierte dann in Biermanns damaligen Domizil in Lütow“, erinnerte sich Horn.

Sie hatte neben dem Künstler selbst auch den Berliner Kunsthistoriker Matthias Flügge eingeladen, der die Laudatio für den im Juli 80 Jahre werdenden Strawalde hielt. Flügge zeigte sich voller Bewunderung für den gebürtigen Sachsen: „Die Objektivität, die einem Kritiker zu eigen sein muss, schmilzt in seinem Atelier dahin wie ein Eiswürfel“. Er bezeichnet Strawalde als einen „Meister der Magie des Materials“ und als einen politischen Maler, der Partei ergreift für die Schönheit. „Sie, die Schönheit, findet er im Film und in den Bildern“, formulierte es Flügge – und weiter: „Strawalde liebt die Menschen, vorzüglich die weiblichen. Wenn er Frauen malt, sind es keine Porträts, sondern Madonnen“.

Jürgen Böttcher, der von seinem Sohn Lukas begleitet wurde, freute sich über den Überraschungsbesuch seiner Schwester und deren Töchtern. „Für mich hat Usedom eine große Bedeutung“, ließ er die große Besucherschar wissen. Als sein Film „Barfuß ohne Hut“ 1964 verboten wurde und kurz darauf auch sein erster Spielfilm sei er am Boden gewesen. Damals habe „Biermann, der freche Hund“ ihn wieder aufgerichtet. Mit ihm sei er nach Ückeritz gefahren. „Da war Ricarda im Garten, der alte Manigk, der junge war misstrauischer“, erinnerte er sich an seine erste Begegnung mit den Künstlern auf Usedom.

„Ich hatte angefangen, Boccia zu lernen. Wir waren am Meer, nackig, und es war warm, obwohl Oktober war“, so Böttcher. Gewohnt hat er dann auf dem Gnitz. „Eva-Maria Hagen hatte dort ein Anwesen in Lütow“, berichtete der Maler und neben der kleinen Nina sei auch sein Lukas als Baby schon mit dabei gewesen. „Können Sie mir folgen, warum ich hier ausstelle?“ sprach er zu seinem Publikum. Er ließ die Gäste auch wissen, dass es ihm wichtig sei, dankbar zu sein. „Das meiste ist ja gar nicht von mir, sondern von meinen Eltern, wie die Musikalität von meiner Mutter“. Das was sie gesagt habe, habe immer mehr Kraft gehabt, als die Losungen der Partei.

Die Eröffnung der Ausstellung, die bis zum 24. Juli im Kunstpavillon zu sehen ist, wurde von der Komponistin und Pianistin Stephanie Schweiger mit der Eigenkomposition „Spring 1991“ umrahmt. Das moderne Stück strahlte eine unglaubliche Ruhe und Leichtigkeit aus, die ansteckte.


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