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Chronik des Strandhotels in Heringsdorf

Erkunden Sie die Geschichte des Strandhotels Heringsdorf

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Die abwechslungsreiche Geschichte des Strandhotels Heringsdorf möchten wir Ihnen in folgender Chronik näher bringen - von den Anfängen des Pavillons an der Strandpromenade, zu dem sich bald das prächtige Hotelhaus gesellte, bis zur Übernahme nach der Wiedervereinigung durch den jetzigen Besitzer, Dr. Werner Molik.

1886-1908 Schubert-Ära

Postkarte 1957

Das „Strand-Hotel“ wurde im Jahr 1886 im Stil der Gründerzeit mit 34 Zimmern (52 Betten) durch B. Schubert errichtet. Dieser hatte zunächst einen imposanten sechseckigen Pavillon auf dem Grundstück betrieben.

„Der Pavillon am Strande, von einem Besitzer Schubert bewirtschaftet, wurde wegen seiner sechseckigen Form „die Kaffeemühle“ genannt.“ „Außer der Verabfolgung von Conditorwaren, Kaffee, Tee, Wein etc., wird gleichzeitig ein Mittagstisch angeboten.“

Am 9. September 1906 unterbrach der Komponist Engelbert Humperdinck (1854-1921) seine Kutschfahrt, um mit seiner Familie im „Strand-Hotel“ seinen Kaffee einzunehmen, für den er wenig schmeichelnde Worte fand. Humperdinck wurde durch die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ (1883) bekannt. In Heringsdorf hat er an seinem Musikdrama „Sturm“ geschrieben.


1908-1925 Hausknecht-Ära

Postkarte 1957

1908 wurde das „Strand-Hotel“ an Ferdinand Hausknecht verkauft, der es in seinen Prospekten als „das schöne stille Haus am Meer“ anpries. Für eine Übernachtung wurden damals 2,50 bis 5,00 Reichsmark pro Person bezahlt. Die Vollpension war mit ca. 4,50 Reichsmark veranschlagt

Prominenter Gast

Als prominenter Gast nahm der Lyriker Theodor Däubler (1876-1934) im Juni 1916 Logis im „Strand-Hotel“. Däubler war ein Meister der gedankenschweren expressionistischen Dichtung.

Sein romantisches Gedicht „Buchen“ dürfte seine Inspiration in Heringsdorf gefunden haben.

Buchen
Die Buche sagt: Mein Walten bleibt das Laub.
Ich bin kein Baum mit sprechenden Gedanken,
Mein Ausdruck wird ein Ästeüberranken,
Ich bin das Laub, die Krone überm Staub.

Dem warmen Aufruf mag ich rasch vertraun,
Ich fang’ im Frühling selig an zu reden,
Ich wende mich in schlichter Art an jeden.
Du staunst, denn ich beginne rosigbraun!

Mein Waldgehaben zeigt sich sommerfroh.
Ich will, daß Nebel sich um Äste legen,
Ich mag das Naß, ich selber bin der Regen.
Die Hitze stirbt: ich grüne lichterloh!

Die Winterspflicht erfüll’ ich ernst und grau.
Doch schütt’ ich erst den Herbst aus meinem Wesen.
Er ist doch niemals ohne mich gewesen.
Da werd’ ich Teppich, sammetrote Au.

Schriftsteller Heinrich Mann - Strand-Hotel-Gast

Ebenso wählte der Schriftsteller Heinrich Mann (1871-1950) das „Strand-Hotel“ zum Sommerdomizil. Mit Frau und Tochter verbrachte er im Juli und August 1923 mehrere Tage in Heringsdorf. In einem Brief vom 4. Oktober 1923 schreibt Mann an den österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler (1862-1931): „Wir haben den besten Teil (des Sommers) in Heringsdorf verbracht, es war trostreich, ich glaube wieder erholt zu sein."

In einem später geschriebenen Essay „Berliner Vorort Heringsdorf“ nimmt er Stellung zu den Heringsdorfer Verhältnissen der 30er Jahre. „Dreiundeinehalbe Stunde Bahnfahrt, und man findet ein schönes, bequemes Hotel- und Villenviertel gleich an der See. Mit dem Auto macht es fünf Stunden. Die Folge ist, dass Heringsdorf noch mehr Berliner Wochenend-Besucher sieht als Badegäste. Im ganzen soll für vierzehntausend Fremde Platz sein. Eine Anzahl sind Familien, die Wohnungen für den ganzen Sommer gemietet haben. Die meisten mögen in Hotels absteigen; aber was dann noch alles leer steht, es ist nicht wenig, wartet auf die Wochenendler…Wenn die Gäste Eltern hatten, die im Jahre 1880 oder sogar noch früher mit ihnen nach Heringsdorf fuhren, mögen sie schon in demselben Haus gewohnt haben. Es ist einiges verändert worden, im Innern sind natürlich Badezimmer neu eingerichtet. Draußen tragen noch dieselben grau gestrichenen Säulen das Dach der Terrasse. In Heringsdorf gibt es erstaunlich viele Säulen an den Häusern. Auch der flache Giebel spielt eine Rolle. Der klassizistische Stil überwiegt von jeher, er herrschte 1840 bis 1860, als der Badeort entstand.

Ironischer sieht er dann einige andere Dinge. „Heringsdorf bewahrt Haltung und Tradition oder wenigstens die Reste davon. Es ist noch nicht so voll, noch nicht so laut, wie es sein könnte und gewiß auch werden wird. Die Leiter des Bades denken hierüber ungefähr, das Vornehmheit schön ist, aber ihre Zeit hat…Großer Betrieb die ganze Woche hindurch wäre reiflich zu überlegen. Das ginge nur bei kleinen Preisen. Vorläufig gehören allein die Sonnabende und Sonntage dem Hochbetrieb. Das macht die Nähe Berlins, und es kommt von selbst…Um Heringsdorf kämpfen seine alte Vornehmheit – ausgedrückt in Preisen – und das Auto.“

Über die Probleme, die sogar ein so bekannter Schriftsteller mit seinem Urlaub während der Inflation haben kann, schreibt er in dem Buch „Ein Zeitalter wird besichtigt“. „Mich erreichte die Einladung an der Ostseeküste, in Heringsdorf. Um dorthin zu gelangen, hatte ich einen Sack mit Inflationspapier im Schweiß meines Angesichts von der Bank nach Hause getragen. Schon in Berlin war er leer. Aber damit drei Personen ein Badehotel bewohnten, genügte ein Dollar täglich. Den hatte ich bei einem amerikanischen Korrespondenten erschrieben. Dennoch waren dies nicht die Umstände, unter denen man leichten Herzens ein reicheres Land besuchte.“


1925-1935 Familie Nickel

Postkarte 1957

Im Jahr 1925 übernahm die Familie W. Nickel das Haus und führte es bis 1935. Laut ihrem Hausprospekt rühmte sich das „Strand-Hotel“ als bestempfohlene Pension. Zum Hotelangebot zählten auch acht verschließbare Parkgaragen nebst großem Parkplatz. Ferner konnte ein Friseur im Haus konsultiert werden. Die Zimmerpreise waren mit mindestens 7,00 Reichsmark inklusive Vollpension vergleichsweise konstant geblieben.

Die Spätfolgen der Weltwirtschaftskrise führte die Familie Nickel in den Konkurs, da sie die Grundsteuern nicht zahlen konnten. Tochter Nickel hat das Haus als 13-jährige ersteigert, konnte es aber dennoch nicht für die Familie retten.

Zwischenzeitlich betrieb Hermann Reim ein Fotogeschäft im angrenzenden Pavillon, in dem sich ebenso ein Tabak- und Zeitschriftenladen befand.


ab 1935 Smock-/Kulisch-Ära

Der nächste Besitzerwechsel erfolgte im Jahr 1935. Dabei änderte der neue Eigentümer Friedrich Smock den Hotelnamen in „Strand-Hospiz“ um und verpachtete es drei Jahre später an H. Heinrich, welcher ursprünglich aus Dresden kam.

1940 wurde Ernst Kulisch als Hotelbesitzer aufgeführt. Der kleine Pavillon muss - den Fotos zufolge - Ende der dreißiger bzw. Anfang der vierziger Jahre entfernt worden sein. Während seines Bestehens wurde das Hotel mehrmals umbenannt. So wurde es in diversen Prospekten und Reiseführern als Strand-Hotel, Strandhotel, Strand-Hotel Hospiz sowie Strandhospiz erwähnt.


1945-1950 Armeesanatorium

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Hotelgebäude als sowjetisches Armeesanatorium genutzt


1970-1989 Kulisch-/FDGB-Ära

Anfang der fünfziger Jahre pachtete der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) das Haus von Ernst Kulisch, der 1963 in Heringsdorf verstarb. Durch die Aktion „Rose“ (1953) wurde das Haus nicht enteignet, da es nach Aussage von Zeitzeugen zu der Zeit nicht geöffnet war und man aufgrund dessen auch keine überzähligen Lebensmittel vorfand. Der Erbe der Familie Kulisch, ein Neffe aus Gotha, verkaufte das Haus 1970 an den FDGB. Es erhielt den Namen „Erich Wirth“, der ein Aktivist der DDR war.

Der FDGB war u.a. für Betriebskollektiv-/ Tarifverträge und den Gesundheits- und Arbeitsschutz in der DDR zuständig. Ein weiteres Aufgabengebiet des FDGB war die weltanschauliche Einflussnahme auf den Bürger. Ziel war es, ihn zum Denken und Handeln im sozialistischen Sinne zu erziehen. Die Feriengestaltung fiel außerdem in das Tätigkeitsfeld der Gewerkschaften.

Die vom FDGB vergebenen Urlaubsplätze waren sehr begehrt. Es gab kaum privat betriebene Hotels oder Pensionen. Beispielsweise 1972 stellten 6 FDGB-Heime 80 Prozent ihrer Kapazitäten, d.h. jährlich rund 85000 Betten, nur FDGB-Mitgliedern zur Verfügung. Somit war man auf die knappen vom FDGB-Feriendienst verteilten Urlaubsplätze angewiesen. Die einzige Möglichkeit, ohne den FDGB in Urlaub zu fahren, bestand darin, bei Privatleuten gegen eine vereinbarte Geldsumme unterzukommen.

Urlaubsgebiete waren vor allem die Ostsee, des weiteren der Thüringer Wald, der Harz und die Mecklenburger Seenplatte. Auslandsreisen waren nur innerhalb der sozialistischen Länder möglich.

Im Laufe der Zeit hat sich das Gesicht des Strandhotels mehrfach geändert und verlor zu DDR-Zeiten sowohl seine dekorativen Stuckelemente als auch die Balkone. Zusätzlich wurden die Zimmer geteilt, um die Zimmeranzahl zu erhöhen. Ebenso erfolgte der Umbau der Glasveranda zum Massivbau. Zwischen 1965 und 1970 wurden viele Häuser mit Heizungen ausgestatten. Somit waren prophylaktische Kuren und eine bessere Urlauberbetreuung in Wintermonaten möglich.


Nach der Wiedervereinigung

Der derzeitige Hotelbesitzer, Dr. Werner Molik, übernahm im Jahr 1992 das zwischenzeitlich geschlossene Haus von der Treuhand. 

Im Jahr 1998 wurde das Hotel um ein Appartementhaus erweitert, welches sowohl familiengerechte Suiten als auch großzügige Doppelzimmer bietet.

Um den Wellnessgedanken und den Komfort eines 4-Sterne-Hauses zu vervollständigen, erfolgte ein stetiger Ausbau der Anlage. So erfolgte im Jahre 2000 die Aufstockung des Haupthauses auf 4 Etagen sowie der Bau der unterirdischen Sindbadtherme und die Beautyfarm „Quisisana“.

Parallel dazu entstand ein Wintergarten mit Terrasse, der die gesamte vordere Seite umzieht und den Gästen einen wunderbaren Blick auf die Promenade ermöglicht.

Neben dem Appartmenthaus entstand 2003 ein weiteres Haus, welches einladende Doppelzimmer beherbergt. Die drei Häuser bilden optisch ein harmonisches Äußeres und für jeden Gast die richtige Unterkunft.

Um auch den Gästen in den Nebenhäusern den Zugang zur „Sindbadtherme“ zu ermöglichen, erfolgte 2006 und 2007 der Bau des „Bademantelgangs“. Dieser verbindet die Häuser unterirdisch und gewährleistet auch an stürmischen und regnerischen Tagen einen komfortablen Zugang zum Haupthaus und Wellnessbereich.

Der Wellnesstrend in Deutschland ist beständig und treibt immer neue Blüten. Der Hotelier des Hauses ist sich dieser Entwicklung bewusst und zögerte keinen Augenblick, als er von der Möglichkeit eines, mit Sole befüllten Außenpools hörte.

Die direkt an der Seebrücke geschöpfte Heringsdorfer Jodsole hat eine beruhigende und entspannende Wirkung auf den Kreislauf und beugt zudem Hauterkrankungen vor. Ein optimaler Zusatz für den Außenpool des „Strandhotel Heringsdorf“. Dieser entstand 2009 bis 2010 zwischen den beiden Nebenhäusern der Anlage. Um das einmalige Badeerlebnis auch in der kalten Jahreszeit zu gewährleisten, ist der Pool stets auf 30°C temperiert. Der erste mit Heringsdorfer Jodsole befüllte Außenpool der Welt war entstanden!

Wer einmal seine Runden in besagtem Becken dreht, kann auf dem Grund des Pools eine Glasscheibe entdecken. Dieses Sichtfenster führt zum, im selben Zeitraum entstandenen Fitnessraum und bietet den Sportlern von unten einen eindrucksvollen Blick auf die Schwimmenden. Ausgestattet ist der Fitnessraum durch die Firma „Frei“, bekannt für Geräte der neuesten medizinischen und technologischen Generation.

Das jetzige „Strandhotel Heringsdorf“ bietet nunmehr insgesamt 89 Zimmer, Appartements und Suiten in unterschiedlichen Stilrichtungen und für jeden Geschmack.

Gäste

Nachfolgend werden einige bekannte Gäste aufgeführt, die Ihren Aufenthalt auf Usedom im Strandhotel Heringsdorf verbracht haben.

Kurt Masur: gab eine Pressekonferenz im Hotel anlässlich des 1. Usedomer Musikfestivals.

Angela Merkel: besuchte 1998 das Strandhotel Heringsdorf und ließ sich von der Küche des Hotels beeindrucken.

Michail Gorbatschow: Wellen der Sympathie schlugen Michail Gorbatschow beim Besuch auf der Insel Usedorn entgegen. Er war Ehrengast der Eröffnung des Usedomer Musikfestivals. Seit 9 Jahren zieht das Ende September beginnende 14-tägige Festival Tausende Besucher auf die Insel Usedom. Einer der Väter des Festivals ist der Hotelier Dr. Werner Molik. Das 9. Usedomer Musikfestival stellte den Vorsitzenden des Festival-Fördervereins und Inhaber des Strandhotel Heringsdorf sowie seine vielen HeIfer vor besondere Herausforderungen. Völlig neue Dimensionen erhielt das Eröffnungskonzert des Festivals mit seinem ungewöhnlichen Veranstaltungsort. Es fand im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt Peenemünde statt. Großen Anteil daran, dass der Moskauer Stardirigent MstislavRostropovich und der beste russische Musikernachwuchs das 9. Usedomer Musikfestival prägten, hatte mit Dr. Ernst-Jörg von Studnitz ein langjähriger Stammgast des Strandhotel Heringsdorf. Bis zum Frühjahr dieses Jahres war er über lange Jahre deutscher Botschafter in Moskau. Mit seiner Begeisterung für die Insel Usedom und das Musikfestival hat er auch Michail Gorbatschow in Begleitung seiner Tochter Irina für den Inselbesuch inspiriert. Sie waren während ihres zweitägigen Aufenthaltes Gast im Strandhotel Heringsdorf.

Zum beeindruckenden Erlebnis wurde für 40 in- und ausländische Gäste, darunter auch russische Nachwuchskünstler, das, Galadiner zu Ehren Michail Gorbatschows. Service und Küche des First-Class-Hotels warteten mit einer perfekten Leistung auf. In schönster Harmonie zu den während der Eröffnungstage erlebten musikalischen Werken stand das Menü.

Michail Gorbatschow im Strandhotel Heringsdorf

Das Quartett mit Küchendirektor Detlef Mangelow, Küchenchef Marco Künzel, Souschef Enrico Fischer und als Gastkoch Ralf Lampe, hatte all sein Können in die Waagschale geworfen. Gefüllte Minipowerade mit Seeteufelbäckchen und Ruccolarisotto; Essenz vorn Perlhuhn mit Zitronengras und Strohpilzen; CrŽpinette vorn Kalbsfilet und Hummer auf Trüffeljus und marmorierte Tropfenschokolade, gefüllt mit Mokkamus, Portweinsauce war nicht nur eine Gaumenfreude sondern auch optisch eine Augenweide. Der 40-jährige Küchenmeister Detlef Mangelow mit langjährigen Erfahrungen in der internationalen Spitzenhotellerie bewies wieder einmal sein Talent mit Designer Food.

Dr. Erich Hartwig, „Chronik vom Seebad Heringsdorf“, 1932.

Dr. von Wallenstedt, „Das Ostseebad Heringsdorf auf der Insel Usedom, 1879.